Ihr Garten/Vorgarten wird prämiert, wenn er neben Punkt 1 mindestens 2 weitere Kriterien vollumfänglich erfüllt:

  1. Viele verschiedene heimische Pflanzenarten wachsen auf mindestens 25/40 % der zu begutachtenden Ziergartenfläche (Bereiche mit Nutzpflanzen werden nicht betrachtet).
  2. Es gibt keine invasiven Neophyten, d.h. Pflanzen, die gebietsfremd sind und heimische Pflanzen verdrängen.
  3. Das Tierwohl ist berücksichtigt, es gibt keine (unbeabsichtigten) Tierfallen in Form von Lichtschächten, nach oben offenen Rohren und möglichst wenig künstliche (Dauer-)Beleuchtung.
  4. Es werden keine Steine aus Übersee verwendet, kein Tropenholz, kein chemisch behandeltes Holz, kein Torf, keine Pestizide und kein Kunstdünger. Als Bodendeckung darf heimisches Steinmaterial mit einer Korngröße von 8 bis 16 mm und einer von Stärke 5-7 cm verwendet werden.
  5. Mindestens zwei weitere Klein-Biotopelemente wie Totholz, Sandfläche für Insekten, Teich, Trockenmauer oder eine Blumenwiese sind Teil des Gartens.
  6. Es wird wenigstens eine Nisthilfe für Insekten, Vögel, Fledermäuse oder Unterschlupf für Kleinsäuger.

Ihr Balkon wird prämiert, wenn er neben Punkt 1 mindestens 2 weitere Kriterien vollumfänglich erfüllt:

  1. Der Anteil der verwendeten heimischen Pflanzenarten beträgt wenigstens 20 Prozent.
  2. Es finden nur umweltfreundliche Materialien, wie Terracotta, Ton, Holz oder recycelter Kunststoff Verwendung.
  3. Geschickte Aufteilung der einzelnen Flächen. Für die Erschließung verschiedener Ebenen bieten sich Blumentöpfe, Pflanzkübel, Hochbeete, Balkonkästen, Tische, Pflanztaschen an der Wand oder Hängeampeln, Regale, Rank-Pflanzen an.
  4. Es werden Nisthilfen für Insekten angeboten wie z.B. Hartholzstücke mit glatt gebohrten Löchern (Durchmesser 2 - 9 mm) oder alternativ gebündelte Röhren (Pappröhrchen, Bambusstängel, Strohhalme), mit Mark gefüllte Pflanzenstängel z.B. von Holunder, Brombeere, Königskerze oder Schilf für Wildbienen. Alternativ wird eine Vogel- oder Fledermausnisthilfe aufgehängt.
  5. Es wird wenigstens ein weiteres Klein-Biotop angeboten wie z.B. Miniteich, Töpfe mit ungewaschenem Sand/Lehm, Blumenwiesenmischung-Saat o.ä.

Der Innenhof wird prämiert, wenn er neben Punkt 1 mindestens 2 weitere Kriterien vollumfänglich erfüllt:

  1. Der Anteil der verwendeten heimischen Pflanzenarten beträgt wenigstens 20 Prozent.
  2. Es finden nur umweltfreundliche Materialien, wie Terracotta, Ton, Holz oder recycelter Kunststoff Verwendung.
  3. Geschickte Aufteilung der einzelnen Flächen. Für die Erschließung verschiedener Ebenen bieten sich Blumentöpfe, Pflanzkübel, Pflanzbeete oder Hochbeete, Balkonkästen, Tische oder Hängeampeln, Regale, Rank-Pflanzen an.
  4. Es werden Nisthilfen für Insekten angeboten wie z.B. Hartholzstücke mit glatt gebohrten Löchern (Durchmesser 2 - 9 mm) oder alternativ gebündelte Röhren (Pappröhrchen, Bambusstängel, Strohhalme), mit Mark gefüllte Pflanzenstängel, z.B. von Holunder, Brombeere, Königskerze oder Schilf für Wildbienen. Alternativ wird eine Vogel- oder Fledermausnisthilfe aufgehängt.
  5. Es wird wenigstens ein weiteres Klein-Biotop angeboten wie z.B. Miniteich, Töpfe mit ungewaschenem Sand/Lehm, Blumenwiesenmischung-Saat o.ä

Weitere Bewertungsmaßstäbe - je mehr Punkte umso höher die Punktzahl

Je höher die Qualität der Gestaltung und die Qualität Ihres Gartens als Lebensraum ist, desto mehr zusätzliche Punkte können Sie bekommen (siehe Kriterien). So bringen z.B. auch begrünte Fassaden und wassergebundene Wege Zusatzpunkte, ebenso wie weitere Biotopelemente oder Nisthilfen

Sie möchten gerne am Wettbewerb teilnehmen - brauchen noch Unterstützung und Beratung.


Bezugsquellen
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Wichtige Informationen rund um Stauden und naturnahe Gärten

Bezugsadressen für Wildstauden und Saatgut

  • www.gaertnerei-strickler.de: Kräuter, Wildstauden, Gräser, Farne, Zwiebelpflanzen: Pflanzen und Samen. (Bioland-Betrieb), Alzey, RLP

  • www.rieger-hofmann.de: Großes Sortiment von Samen gebietsheimischer Wildblumen und -Gräser aus gesicherten Herkünften (Regiosaatgut).

  • www.hof-berggarten.de: Großes Sortiment an Wildpflanzen und Saatgut für Blumenwiese und Naturgarten. (Bioland-Betrieb).

  • www.syringa-pflanzen.de: Einzelsaaten und regionale Saatmischungen, u.a. 2 speziell entwickelte Mischungen für Wildbienen

  • www.gaissmayer.de: Staudengärtnerei mit Staudenversand. Stauden, Kräuter, Farne, Gräser (aber auch Zuchtformen und Exoten!)

  • www.natur-im-vww.de: Verband deutscher Wildsamen- und Wildpflanzen-Produzenten e.V.: hier weitere Bezugsquellen = Verbandsmitglieder

Auswahl empfehlenswerter Fachbücher

Naturnahes Gärtnern

  • Reinhard Witt: Natur für jeden Garten

  • Reinhard Witt: Das Wildpflanzen Topfbuch

  • Reinhard Witt: Nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten

  • Reinhard Witt: Naturnahe Rosen Bd. 1 Strauchrosen

  • Reinhard Witt: Das Naturgartenbaubuch I

  • Reinhard Witt: Das Naturgartenbaubuch II

  • Reinhard Witt: UnkrautEX. Naturnahe Pflege leicht gemacht

  • Peter Steiger: Heimische Wildstauden im Garten. Attraktiv und naturnah gestalten. Peter Steiger. 2020. 168 S., 197 Farbfotos, 6 farbige Zeichnungen, geb. ISBN 978-3-8186-0718-0. € 29,95. ET-Ist: 05.03.2020

  • Tjards Wendebourg: Der Kies muss weg. Gegen die Verschotterung unserer Vorgärten. Tjards Wendebourg. 2020. 96 S., 100 Farbfotos, Klappenbroschur. ISBN 978-3-8186-1045-6. € 12,95. ET-Ist: 05.03.2020

  • Nigel Dunnet: Naturalistische Gartengestaltung. Nigel Dunnett. 2020. 240 S., 418 Farbfotos, 24 Zeichnungen, 1 Tabelle, geb. ISBN 978-3-8186-1030-2. € 50,00. ET-Ist: 17.09.2020

Wildbinen, Schmetterlinge, Koevolution, Artensterben

  • Paul Westrich: Die Wildbienen Deutschlands, Ullmer

  • Paul Westrich: Wildbienen. Die anderen Bienen, Pfeil

  • Anja Eder: Wildbienen Helfer. Wildbienen & Blühpflanzen

  • Josef H. Reichholf: Schmetterlinge – warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet, Hanser

  • Helmut u. Margit Hintermeier: Blütenpflanzen und ihre Gäste Teil 1 - 4

  • Dave Goulson: Und sie fliegt doch. Eine kurze Geschichte der Hummel

  • Dave Goulson: Das Summen in der Wiese, Ullstein

  • André Leu: Die Pestizidlüge, oekom

  • Susanne Dohrn: Das Ende der Natur, Ch. Links Verlag

  • H. Segerer + E. Rosenkranz: Das große Insektensterben, oekom

Das macht einen naturnahen Garten aus:

Nähe zur Natur

Ein Naturgarten ist naturnaher Lebensraum für Menschen, wildlebende Tiere und Pflanzen. Er fördert die biologische Vielfalt und ist selbst erneuernd. Seine Pflege wird auf ein ökologisches Mindestmaß reduziert.

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Heimische Pflanzen


Ein Naturgarten besteht so weit wie möglich aus einheimischen Wildpflanzen – also Pflanzen, die sich seit Jahrhunderten auf natürliche Weise in Deutschland angesiedelt und etabliert haben.

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Strukturreichtum

Möglichst viele Flächen werden begrünt wie Beete, Wege, Fugen, Dächer oder Mauern. Dabei wird auf standortgerechte Pflanzungen und Ansaaten geachtet, und es kommen nur ökologische Baustoffe zum Einsatz.

Hoher ökologischer Wert

Im Naturgarten werden jahreszeitlich versetzte Blüh- und Fruchtfolgen berücksichtigt. Es werden bevorzugt Arten mit einem hohen ökologischen Wert für die heimische Tierwelt eingesetzt und Nisthilfen angeboten.

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org. Dünger, keine Pestizide


Absolut tabu sind im Naturgarten chemisch-synthetische, naturfremde Stickstoffdünger, leicht lösliche Phosphate, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, synthetische Bodenhilfsstoffe und Torf.

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Energie sparen

Naturgärtnerinnen und -gärtner arbeiten möglichst energiesparend, vermeiden elektrische Beleuchtungen und setzen gerne nachhaltige Lösungen wie Recycling und Upcycling ein.